Neues Karrierestufenmodell für die Vergabe von Stipendien und Preisen

Flexibler, individueller, attraktiver: Humboldt-Stiftung reformiert ihre Förderprogramme

Um Deutschland für internationale Forscherinnen und Forscher attraktiver zu machen, hat die Alexander von Humboldt-Stiftung ihre Stipendienleistungen verbessert und alle Förderprogramme reformiert. Kernstück ist ein Karrierestufenmodell, das die bisherigen Altersgrenzen ersetzt. Das neue System bietet mehr Flexibilität und zielgruppengenaue Angebote, die zu der individuellen Karrieresituation des einzelnen Bewerbers oder Nominierten passen.

Mit der Reform reagiert die Stiftung auf den zunehmenden internationalen Wettbewerb, wie der Präsident der Humboldt-Stiftung, Professor Wolfgang Frühwald, gegenüber der Wochenzeitung DIE ZEIT (30.08.) beschreibt: "Andere Länder geben unglaublich viel Geld aus, um die besten Forscher ins Land zu holen. Früher mussten wir nur mit den USA, Australien und einigen anderen Staaten der westlichen Welt konkurrieren, jetzt mischen auch China mit, Indien, Taiwan, Korea oder Singapur. Unsere Konkurrenten kaufen Wissenschaftler ein wie Fußballspieler, da können wir finanziell nicht mithalten. Aber wir können die Bedingungen für unsere Stipendiaten so verändern, dass Deutschland attraktiv bleibt."

Im neuen Modell erhalten Postdoktoranden durch längere Stipendien Planungssicherheit für ihre Forschungsprojekte. Erfahrene Wissenschaftler erhalten mehr Flexibilität und können ihr Stipendium in bis zu drei Aufenthalte teilen. So können auch Nachwuchsgruppenleiter oder frisch berufene Professoren internationale Kooperationen mit Partnern in Deutschland aufbauen, ohne ihre Stellung aufgeben zu müssen oder auf längere Beurlaubungen ihrer Heimatinstitutionen angewiesen zu sein. Ebenfalls neu sind Rückkehrstipendien für Forscher aus Entwicklungsländern sowie für Nachwuchswissenschaftler, die nach Deutschland zurückkehren.

Hinzu kommt seit Beginn des Jahres ein Forschungskostenzuschuss von bis zu 800 Euro im Monat. Er soll helfen, optimale Rahmenbedingungen für die Kooperation zwischen den Stipendiaten und ihren wissenschaftlichen Gastgebern in Deutschland zu schaffen. Jährlich werden für diesen Zuschuss insgesamt rund sechs Millionen Euro zur Verfügung stehen. Mit diesen Mitteln können beispielsweise für die Forschung notwendige neue Geräte oder die Teilnahme der Stipendiaten an Konferenzen finanziert werden.

Jährlich ermöglicht die Humboldt-Stiftung über 1.800 Forschern aus aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland. Die Stiftung pflegt ein Netzwerk von weltweit rund 23.000 Humboldtianern aller Fachgebiete in 130 Ländern - unter ihnen 40 Nobelpreisträger.