Deutsch-lettische Bildungszusammenarbeit
Deutschland und Lettland haben eine enge Kooperation auf dem Bildungssektor. Schwerpunkte der Zusammenarbeit sind die drei Bereiche Hochschulkooperation, Deutsch als Fremdsprache und Berufsausbildung.
Hochschulkooperation
Die deutsch-lettische Hochschulkooperation bietet vielfältige Möglichkeiten. Jedes Jahr nehmen zahlreiche Wissenschaftler, Lehrkräfte und Studierende die Möglichkeiten eines Hochschulaustausches, z.B. über eines der verschiedenen Stipendien- und Austauschprogramme, wahr. Derzeit sind bei der deutschen Hochschulrektorenkonferenz 126 deutsch-lettische Hochschulkooperationen registriert! Sie tragen langfristig zum Entstehen bilateraler, aber auch überregionaler Netzwerke bei. Außerdem unterrichten vier vom DAAD entsandte Dozenten an lettischen Hochschulen, und der DAAD unterhält ein Informationszentrum an der RTU. Ein besonderes Instrument der Hochschulkooperation ist das Baltisch-Deutsche Hochschulkontor, das u.a. eine Vorlesungsreihe organisiert und halbjährlich eine Förderung für deutsch-lettische Hochschulprojekte ausschreibt.
Das Äquivalenzabkommen zwischen Deutschland und Lettland trat am 19. Dezember 2003 in Kraft. Es ist Grundlage für die gegenseitige Anerkennung von Studien- und Prüfungsleistungen und folglich ein wichtiger Impuls für die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Hochschulen beider Länder.
Deutsch als Fremdsprache
Derzeit lernen in Lettland rund 25.000 Schülerinnen und Schüler oder jede/r achte Schülerin und Schüler an 345 allgemeinbildenden Schulen Deutsch. Hinzu kommen noch etwa 4.000 Studenten an lettischen Hochschulen, am Goethe-Institut, an privaten Sprachschulen und Teilnehmer an Deutschkursen in Deutschland.
16 Schulen in Lettland gehören zum Netzwerk der deutschen Partnerschulen (PASCH), mit denen eine besonders intensive Zusammenarbeit gepflegt wird.
Darunter sind 15 Schulen, die in enger Zusammenarbeit mit der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen die Prüfung des Deutschen Sprachdiploms II als Abschlussprüfung im Fach Deutsch anbieten, sowie eine Partnerschule des Goethe-Instituts Riga. Der Deutschunterricht an diesen Schulen wird zum Beispiel mit vier aus Deutschland entsandten Deutschlehrern sowie Fortbildungen für die Lehrer durch die Zentralsstelle für das Auslandsschulwesen ZfA besonders unterstützt. Grundlage dafür ist das zwischen Deutschland am 18. September 1993 geschlossene Abkommen über die Entsendung von deutschen Lehrern an lettische Schulen.
Ausbildungsinitiative
Deutschland und Lettland tauschen sich intensiv über die Erfahrungen im Bereich der Berufausbildung aus, da gut ausgebildete Fachkräfte ein wichtiger Standortfaktor und Garant für eine nachhaltige positive Wirtschaftsentwicklung sind.