Podiumsdiskussion zum Internationalen Holocaust-Gedenktag

Anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktages veranstaltete die Deutsche Botschaft Riga in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Riga am 27. Januar 2016 eine Podiumsdiskussion zum Thema „Die Rolle von Museen und Denkmälern in der Vermittlung des Holocaust. Deutsche und lettische Erfahrungen“.

Botschafter Rolf Schütte Bild vergrößern Botschafter Rolf Schütte (© Goethe-Institut, Foto: Anna Maria Strauß)

Botschafter Schütte eröffnete die Veranstaltung im Goethe-Institut. In seiner Begrüßungsansprache sagte er:

Ich bin sicher, dass bei vielen Gedenkveranstaltungen auch heute wieder die Worte "Nie wieder!" gefallen sind, die uns mahnen sollen, aus der furchtbaren Vergangenheit auch die richtigen Schlüsse und Lehren für die Gegenwart und die Zukunft zu ziehen.

Diese Mahnung und diese Lehren müssen besonders an die jüngere Generation vermittelt werden, für die Geschehnisse, die mehr als sieben Jahrzehnte zurückliegen, erst einmal nur ein geschichtliches Ereignis sind. Wie aber kann dieses geschichtliche Ereignis so vermittelt werden, dass daraus wirklich Lehren gezogen werden für ein Handeln heute? Wie kann es in diesem Sinne "vermittelt" werden, auch emotional? Gerade in einer Zeit, in der es nur noch wenige Zeitzeugen gibt - auf der Opfer- wie auf der Täterseite. Programmdirektorin des Jüdischen Museums in Berlin Frau Cilly Kugelmann Bild vergrößern Programmdirektorin des Jüdischen Museums in Berlin Frau Cilly Kugelmann (© Goethe-Institut, Foto: Anna Maria Strauß)

Die Programmdirektorin des Jüdischen Museums in Berlin, Cilly Kugelmann, sprach in ihrem einleitenden Impulsreferat über die Entwicklung von Gedenkstätten und Gedenktagen. Im Anschluss diskutierte sie zusammen mit Margers Vestermanis, Gründer des Jüdischen Museums Riga und Holocaust-Überlebender, Lolita Tomsone, Direktorin des Žanis-Lipke-Museums in Riga, und Davis Pumpurins, Historiker und Experte des Okkupationsmuseums Riga, über die Frage, wie sich die Sicht auf den Holocaust in beiden Ländern entwickelt hat und wie sich diese in der öffentlichen Diskussion, aber auch in der Präsentation des Themas in Museen widerspiegelt. Die Teilnehmer berichteten hierzu auch von ihren eigenen Erfahrungen in diesem Feld. Botschafter Karlis Eihenbaums aus dem Lettischen Außenministerium moderierte die Diskussionsrunde.

Gründer des Jüdischen Museums Riga Herr Margers Vestermanis Bild vergrößern Gründer des Jüdischen Museums Riga Herr Margers Vestermanis (© Goethe-Institut, Foto: Anna Maria Strauß)

Im Anschluss an die Veranstaltung konnten die Fragen bei einem Empfang in kleinen Gesprächsgruppen vertieft diskutiert werden.

Die Podiumsdiskussion stellte den deutschen Beitrag zu einer Reihe von Veranstaltungen dar, die in diesem Jahr in Riga erstmals aus Anlass des „International Holocaust Remembrance Day“ durchgeführt wurden, vor allem von hier ansässigen Botschaften.

Begrüßungsansprache von Botschafter Rolf Schütte zur Eröffnung der Podiumsdiskussion [pdf, 182.67k]