2. Gemeinsame Gedenk- und Erinnerungsreise des „Deutschen Riga Komitees“

Teilnahme an der offiziellen Gedenkveranstaltung anlässlich des Holocaust-Gedenktages in Lettland an der Ruine der Großen Choral Synagoge Riga. Bild vergrößern Teilnahme an der offiziellen Gedenkveranstaltung anlässlich des Holocaust-Gedenktages in Lettland an der Ruine der Großen Choral Synagoge Riga. (© Deutsche Botschaft Riga)

„In einer Zeit, in der es kaum noch Zeitzeugen gibt, die über die grauenhaften Geschehnisse jener Zeit aus eigener Erfahrung berichten können, ist die Gedenk- und Erinnerungsarbeit umso wichtiger. Unser Augenmerk sollte dabei besonders auf der Frage liegen, wie Unrecht beginnt. Denn der Holocaust begann nicht in Auschwitz und auch nicht in Rumbula, Bikernieki oder im Konzentrationslager Kaiserwald, sondern unmittelbar nach der Machtübernahme der Nazis im Jahre 1933 mitten in Deutschland, als die Diskriminierung und Verfolgung der Juden, aber sehr bald auch anderer Minderheiten wie der Sinti und Roma oder der Homosexuellen, von politisch Andersdenkenden und Behinderten begann, der Prozess, der in den Konzentrationslagern und in den Massenerschießungen endete.“

Diese Worte richtete Botschafter Schütte an die über 80 Teilnehmer des „Deutschen Riga-Komitees“, die er zusammen mit zahlreichen Vertretern des politischen und öffentlichen Lebens Lettlands zu Beginn der dreitägigen Gedenk- und Erinnerungsreise des „Riga-Komitees“ am 03.Juli 2017 in seiner Residenz  empfing. Kranzniederlegung am Denkmal für die aus dem Reichsgebiet nach Riga verschleppten und dort umgebrachten (ca. 25.000) deutschen Juden in Bikernieki. Bild vergrößern Kranzniederlegung am Denkmal für die aus dem Reichsgebiet nach Riga verschleppten und dort umgebrachten (ca. 25.000) deutschen Juden in Bikernieki. (© Deutsche Botschaft Riga)

Das „Deutsche Riga-Komitee“ wurde im Jahre 2000 von 13 deutschen Großstädten gemeinsam mit dem „Volksbund Deutsche Kriegsgräbervorsorge“ gegründet. Aufgabe dieses inzwischen auf 56 deutsche Städte, sowie Wien und Brünn, angewachsenen Städtebundes ist es, an die über 25 000 jüdischen Bürgerinnen und Bürger zu erinnern, die in den Jahren 1941/1942 aus ihren Städten nach Riga deportiert und in der überwiegenden Zahl in Riga-Bikernieki ermordet wurden. Zugleich möchte  das „Deutsche Riga-Komitee“ die Erinnerung an die mehr als 26 000 lettischen Juden wach halten, die am „Rigaer Blutsonntag“ und in den Tagen danach in Rumbula ermordet wurden.

An der Gedenk- und Erinnerungsreise der Delegationen der Mitgliedsstädte nahmen auch Jugendliche der deutsch-lettisch-österreichischen Jugendbegegnung teil, die im Rahmen eines von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ geförderten Projekts Tagebuchfragmente von Opfern des Holocaust und des Zweiten Weltkrieges in Lettland aufbereitet hatten.

Wesentliche Programmpunkte waren unter anderem eine Teilnahme an der offiziellen Gedenkveranstaltung anlässlich des Holocaust-Gedenktages in Lettland an der Ruine der Großen Choral Synagoge Riga, ein Besuch de Kranzniederlegung am Denkmal für die aus dem Reichsgebiet nach Riga verschleppten und dort umgebrachten (ca. 25.000) deutschen Juden in Bikernieki durch Botschafter Schütte und Michael Fürst („Deutsches Riga Komitee“). Bild vergrößern Kranzniederlegung am Denkmal für die aus dem Reichsgebiet nach Riga verschleppten und dort umgebrachten (ca. 25.000) deutschen Juden in Bikernieki durch Botschafter Schütte und Michael Fürst („Deutsches Riga Komitee“). (© Deutsche Botschaft Riga) jüdischen Gemeinde Riga, ein Besuch der Gräber- und Gedenkstätte Riga-Bikernieki sowie der Gedenkstätten in Rumbula und der ehemaligen Lager Jungfernhof und Kirchholm. Gemeinsam mit dem deutschen Botschafter legte die Delegation auch Blumen am lettischen Freiheitsdenkmal nieder.

2. Gemeinsame Gedenk- und Erinnerungsreise des „Deutschen Riga Komitees“

Kranzniederlegung der Teilnehmer des „Deutschen Riga Komitees“ zusammen mit Botschafter Schütte am Freiheitsdenkmal.