Henner Jordan macht seine Runde. Der Unternehmer aus dem sächsischen Sebnitz fährt zu einem Solarpark, den er gebaut hat - in Tschechien. Den Weg rüber ins Nachbarland macht er täglich.

Oton1: Henner Jordan – Anlagenbau-Firmenchef aus dem sächsischen Sebnitz  

«Früher war hier die Grenze und da musste man anhalten und wurde kontrolliert. Heute kann man da rüberfahren … Es ist Europa, ich finde es sehr angenehm.»

Die Grenze ist weg - entstanden ist eine gemeinsame Region, die Chancen und Räume bietet. Europa ist in Bewegung, die Freizügigkeit macht es möglich.

Oton2:

«Einmal nutze ich sie privat, dann nutze ich sie in der Firma, weil ich tschechische Beschäftigte habe.»

 

Henner Jordan bildet aus - junge Menschen aus Deutschland und Tschechien, so wie Kolda Martin.

Ihn hat Henner Jordan persönlich angesprochen.

Oton3:

Kolda Martin - Auszubildender

«Ich hab gesagt, ja, ich will das ausprobieren, weil es eine gute Möglichkeit für mich ist und dann kann ich auch Deutsch lernen.»

Oton4:

«Am Anfang mussten wir selbst aktiv werden, insbesondere was die Auszubildenden angeht, weil das Duale System so in Tschechien nicht bekannt ist.  Da sind wir an Fachschulen gefahren und haben Werbung gemacht für unseren Betrieb und das Duale System.»

 

Heute fällt es leichter Nachwuchs zu gewinnen. Die Gesellen sind die besten Botschafter in eigener Sache. Die Mehrsprachigkeit der Grenzgänger hilft dem Unternehmen am Markt und damit auch den deutschen Kollegen im Betrieb.

Oton5:

Hana Gröslová – Tschechische Angestellte

«Man kann sich einander viel beibringen mit der Sprache. Ich kann mich immer mehr verbessern und der Kollege kann mal ein tschechisches Wort kennenlernen.»

 

Deutschland fördert den Austausch und hat über das Programm Mobi Pro EU jungen Menschen die Chance auf einen Ausbildungsplatz geboten. Mehr als 17.000 junge Menschen aus der Europäischen Union haben darüber eine Förderung erhalten. Die Erfolgsquote bei den Abschlüssen ist hoch und die Lehren aus dem Pilotprojekt helfen bei künftigen Initiativen. 

Viele Sprachen, ein Binnenmarkt, ein Arbeitsmarkt. Auch in der Deutsch-Französischen Grenzregion auf der andren Seite des Landes  geht es längst fließend hin und her. Entweder mit der Straßenbahn von Straßburg nach Kehl oder mit dem Auto zum Arbeitgeber ins Saarland. Viele Betriebe in der Region nutzen die Vorteile der offenen Grenzen.

Oton6: Dorothee Hahn – leitet ein Metallverarbeitungsunternehmen in Saarlouis

«D.h. wir profitieren sehr stark vom europäischen Binnenmarkt wegen Wegfall Verzollung und was sonst im Vorfeld erforderlich war. Darüber hinaus rekrutieren wir einen Großteil unserer Mitarbeiter aus Frankreich.»

Weniger Grenzen, mehr Chancen. 17.000 Menschen kommen täglich aus Frankreich ins Saarland, in der Großregion pendeln jeden Tag mehr als 200.000 Menschen zwischen den Ländern.

Oton7: Hervé Boutter – pendelt von Frankreich nach Deutschland

«Ich kann arbeiten gehen in Frankreich oder in Deutschland. Ich habe nicht das Gefühl, dass es zwei Länder sind. Und deshalb finde ich, ist Europa eine gute Sache.»